Konzeption

Gemeindekonzeption
 

  1. Wer ist die Gemeinde?

    Die Gemeinde besteht aus Menschen, die den Blick auf die Bibel gerichtet haben und die sich unter dem Wort Gottes treffen und an Jesus Christus glauben und den Glauben leben. Wir sind, obwohl unvollkommen im Wollen, Reden und Tun, Menschen, mit denen Gott seine Gemeinde in dieser Welt bauen will. Von Gottes Liebe angesteckt, suchen wir solche Menschen, die Sehnsucht nach Geborgenheit und Wärme haben, um diese Liebe mit ihnen zu teilen.

    Kraft, Hoffnung und Mut schöpfen wir aus den positiven Zusagen der Bibel, in welcher sich der lebendige Gott in Jesus Christus zu erkennen gegeben hat. Auf diesem festen Grund stehend, dürfen wir erfülltes und ewiges Leben empfangen und miteinander teilen. (Joh. 3,16)
     

  2. Welche  Ziele haben wir als Gemeinde?

    Jeder Mensch ist Gott wichtig. Unser vorrangiges Ziel ist es, Gottes Liebe weiterzugeben (Joh. 3,16). Damit ist u. a. gemeint, Menschen zum persönlichen Glauben an Jesus Christus einzuladen, um durch ihn den lebendigen Gott der Bibel kennen zu lernen. Wir verstehen unter »Glauben« das »Vertrauen auf«, und wir gehen davon aus, dass Gottes Zusagen für alle Menschen gültig und richtig und im persönlichen Vertrauen erfahrbar sind (Joh. 7,17).

    Insgesamt wollen wir die Gemeindearbeit intensivieren, um noch mehr die Menschen anzusprechen, die die Gemeinde zwar finanzieren, ihr aber doch weitgehend fern bleiben. Dazu gehört auch, die ehrenamtlich Mitarbeitenden stärker zu fördern und zu pflegen, und den Umgang mit den veränderten gesellschaftlichen Gegebenheiten in das tägliche Leben aufzunehmen.

    Weiterhin werden wir regelmäßige Gottesdienste in besonderer Form für Kirchendistanzierte anbieten.
     

  3. Welche Schritte gehen wir als Gemeinde, um diese Ziele zu verwirklichen?

    In der Gemeinde findet eine aktive Arbeit statt, die sich unter verschiedenen Gesichtspunkten gruppieren lässt. Zu den Schwerpunkten gehören Gottesdienste, musikalische Arbeit, Kinder- und Jugendarbeit, Familienarbeit und Seniorenarbeit. Der Übergang der Arbeitsgebiete ist teilweise sehr fließend.

    Wichtig ist das Feiern der Gottesdienste. Gottesdienst ist erlebte Gemeinschaft und Mittelpunkt der Gemeinde zu Ehren Gottes. Gottesdienste finden unter aktiver Beteiligung der Gemeinde statt.

    Unsere Gottesdienste sind so gestaltet, dass sie ein breites Spektrum der Gemeindeglieder gezielt ansprechen. Es gibt Kleinkinder-, Kinder-, Jugend-, Familien-, ökumenische und traditionelle Gottesdienste.

    Die Kirchengemeinde zeichnet sich durch ein weites Feld an musikalischer Arbeit aus. Hierzu gehören: Kirchenchor, Gospelchor, Posaunenchor, Männerchor, Kinder-Musical- Chor und Ten Sing. Gerade diese Arbeit zeigt, dass eine Abgrenzung zu anderen Bereichen (wie der Jugendarbeit) nicht exakt vorgenommen werden kann und soll.

    Eines unserer Hauptanliegen ist eine zukunftsorientierte Kinder- und Jugendarbeit, die unter der hauptamtlichen Leitung eines Jugendmitarbeiters und der aktiven ehrenamtlichen CVJM - Arbeit in der Gemeinde erfolgt:

    Kinder- und Jugendgruppen, offene Jugendarbeit, z.B. in Form von Ten Sing, Jugendcafé, Konfirmandenarbeit, Kinderbibelwoche, Krabbelgruppe, Sportgruppen usw. bilden einen Auszug aus dem Angebot, das fließend ist und bei Bedarf angepasst wird.

    Für junge Eltern und Familien werden Gesprächskreise, Freizeiten und Gottesdienste angeboten.

    Für die Generation der Älteren stehen Frauenkreis, Frauenhilfe, Hauskreis, Seniorenkreis, Bibelkreis usw. auf dem Programm.

    Wir bestehen aus Menschen, die Wert auf gute Beziehungen zu den katholischen Brüdern und Schwestern der Ortsgemeinden legen.

    Wir sind offen für Andere und stellen ihnen für ihre Arbeit Räume zur Verfügung.
     

  4. Welche Möglichkeiten setzen wir als Gemeinde ein?

    Um diese Ziele zu erreichen, dürfen wir alle Gaben, die Gott Menschen in verschiedener Weise geschenkt hat, erkennen, fördern und einsetzen. Die Basis dafür sind das persönliche und das gemeinsame Gebet.

    Überschaubare Gruppen  und Hauskreise sind neben dem Hauptgottesdienst die zweite hauptsächliche Begegnungsebene der Gemeinde. Es ist wünschenswert und ein Angebot der Gemeinde, dass jedes Gemeinde-Mitglied eine Kleingruppe als geistliches Zuhause haben soll, als einen Ort, wo der Glaube wachsen kann.

    Zu den Gaben gehören sowohl die finanziellen Mittel, über die wir verfügen können, als auch das Gut »Zeit«, die jeder Einzelne zur Verfügung stellen kann.

    Die Verkündigung von Gottes Wort, Gastfreundschaft, geschwisterliche Gemeinschaft und der tätige Dienst am Nächsten, wie auch Evangelisation, persönlicher Kontakt und die Durchführung von Freizeiten, sind weitere Möglichkeiten, die es gilt, schöpferisch einzusetzen. Wer über die Gabe der Organisation und Leitung verfügt, ist gehalten, diese den anderen zu Gute kommen zu lassen.

    Zur Bekanntmachung unserer Gemeindearbeit sollen nicht nur die herkömmlichen Informationswege dienen, sondern es soll auch ein Augenmerk auf den Umgang mit den neuen Medien gelegt werden.
     

  5. Wer hat die verantwortliche Leitung der Gemeinde?

    Die ursprüngliche Leitung der Gemeinde obliegt dem Rat der Ältesten, dem Presbyterium. Zu seinen Aufgaben gehört unter anderem, die Ziele der Gemeinde weiter zu entwickeln und auch nach außen verständlich und transparent zu machen.

    Darüber hinaus braucht die Gemeinde eine klare geistliche Leiterschaft auf allen weiteren Ebenen.

    Die Aufgaben und Kompetenzen der Leitenden, die die Vision und das Leitbild der Gemeinde teilen, sind deutlich beschrieben. Ihre Haltung und ihr Vorbild sind entscheidend für die Gruppe, die sie prägen.

    Darum haben sie eine besondere Verantwortung.

    Diese dürfen sie im Geist des Dienens und der Freude ausüben (1.Petrus 5,2-3: »Leitet die Gemeinde, die Herde Gottes, die euch anvertraut ist, als rechte Hirten! Kümmert euch um sie, nicht weil es eure Pflicht ist, sondern aus innerem Antrieb, so wie es Gott gefällt. Tut es nicht, um euch zu bereichern, sondern aus Hingabe. In eurem Verantwortungsbereich führt euch nicht als Herren auf, sondern gebt euren Gemeinden ein Vorbild.«) .

    Die Leitenden gehören einem Mitarbeiterkreis an: entweder im Kinder- und Jugendbereich oder im Erwachsenen­bereich. Dort erfährt der einzelne Leitende Ermutigung, Orientierung und Wertschätzung, auch durch Weiterbildung in Seminaren.

    Die Leiterkreise entwickeln in enger Abstimmung mit dem Presbyterium die erforderlichen Entscheidungen und Perspektiven für die Zukunft der Gemeindearbeit.
     

  6. Literaturverzeichnis

    Bücher
    1. Fritz Schwarz,  Überschaubare Gemeinde Band 1, Grundlegendes -ein persönliches Wort an Leute in der Kirche, Gladbeck 1980
    2. Fritz Schwarz / Rainer Sudbrack, Überschaubare Gemeinde Band 2, Die Praxis - für Leute, die in der Kirche anpacken wollen, Gladbeck
    3. Fritz Schwarz / Christian A. Schwarz, Überschaubare Gemeinde Band 3, Programm des neuen Lebensstils, Gladbeck
    4. Michael Herbst, Missionarischer Gemeindeaufbau in der Volkskirche, Stuttgart , 3.Aufl.1993
    5. Rick Warren, Kirche mit Vision, Gemeinde, die den Auftrag Gottes lebt,  Asslar 1998
    6. Burghard Krause, Auszug aus dem Schneckenhaus, Praxis-Impulse für eine verheißungsorientierte Gemeindeentwicklung, Neukirchen-Vluyn 1996

    Andere Schriften und Veröffentlichungen
    7. Evangelische Kirche im Rheinland, Visionen erden – der Vielfalt Gestalt geben, Düsseldorf 2001
    8. Gemeinde im Wandel, in: Schritte- Magazin für Christen, Heft 1/2001, Neukirchen-Vluyn 
    9. Kirche für Distanzierte, in: praxis -Mitarbeiten in der Gemeinde, Heft 4/1996 - Nr.67, Giengen
     

  7. Schlusswort

    Dieses Leitbild wurde 2002 in einem gründlichen Diskussionsprozess und Gesprächen von Mitarbeitenden in der Gemeinde erarbeitet und am 26. November 2002 durch das Presbyterium beschlossen. Es ist nicht statisch, sondern wird in regelmäßigen Zeitabständen überprüft und aktualisiert. 

Ein roter Punkt weist Sie auf den Originaltext hin.