Gedanken zur Woche in Zeiten der Corona-Pandemie

Da bis einschließlich Palmsonntag wegen der Corona-Pandemie keine Gottesdienste in unserer Gemeinde stattfinden, folgt hier die Reihe Gedanken zur Woche. Möge sie unseren Lesern Kraft und Ermutigung bringen.

Liebe Leserin, lieber Leser!

Der Wochenspruch aus Matthäus 20, 28 „Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben als Lösegeld für viele“ kommt zu einer Zeit, die uns deutlich macht, was Dienen heißt:

Wir sehen augenblicklich Bilder im Fernsehen von Ärzten und Krankenschwestern in Spanien und Italien, die bis zum Umfallen um das Leben ihrer Patienten kämpfen. Bei uns in den Supermärkten sehen wir Mitarbeiter, die pausenlos Regale füllen und zwischendurch zur Kasse laufen. Sie alle dienen, setzen ihre eigene Gesundheit aufs Spiel und sind auf das Wohl ihrer Mitmenschen bedacht.

Jesus, von dem unser Wochenspruch stammt, hat auf beispiellose Weise gezeigt, was Dienen heißt. Obwohl er Gottes Sohn ist, sucht er nicht Ruhm, Macht und Ansehen, sondern ist demütig, sanftmütig und friedvoll. Am Schluss kündigt er seinen Jüngern an, dass ihn sein Weg nicht auf einen irdischen Thron führen wird, sondern ans Kreuz. Hier vollendet sich seine Mission, die sich in seinem Leben schon vorher abgezeichnet hat. Statt dass er sich dienen lässt, wäscht er am Abend vor seinem Tod seinen Jüngern die Füße. Gleichzeitig kündigt er an, dass er für alle seinen Leib verschenken und sein Blut vergießen wird.

Damit zeigt er an, was er im Wochenspruch mit dem Lösegeld meint. Wir alle kennen ja Lösegeld von Kriminalfällen. Da ist der Sohn oder die Tochter eines berühmten Menschen entführt worden und die Verbrecher fordern ein Lösegeld. Sonst wird das Kind sterben.

Jesus bezieht diesen Vorgang auf sich: Er selber bildet das Lösegeld, indem er sein Leben für uns verschenkt. Eigentlich müssten wir alle sterben, weil wir fern von Gott leben. Trotz aller Versuche ist es uns Menschen nicht gelungen, die zerbrochene Beziehung zu Gott wieder herzustellen. Hier kommt Jesus ins Spiel. Nur er als Gottes Sohn kann das. Und so opfert er sein eigenes Leben, damit wir wieder zu Gott kommen können. Sein Tod am Kreuz ist der stärkste Ausdruck dafür, was Dienen heißt. All das hat er auf sich genommen, damit wir leben können. Nicht Tod und das ewige Getrenntsein von Gott sind unser Ziel, auf das wir zulaufen, sondern der Friede mit Gott und gleichzeitig die Gemeinschaft mit Gott, die sogar den Tod überdauert.

Immer wieder überkommt mich eine Gänsehaut, wenn ich mir diesen großartigen Dienst Jesu vor Augen halte. Ich wäre verloren, hätte Christus das nicht für mich getan. Ohne seinen Tod am Kreuz würde mein Weg in die ewige Verdammnis führen. Doch so darf ich vor Gott treten und ihn vertrauensvoll anbeten, wie es uns Jesus gelehrt hat: „Vater unser“. Das erfüllt mich mit Dank und macht mich zu einem dankbaren Menschen. So lade ich uns ein zu beten: „Danke, Herr Jesus, für das, was du für mich getan hast. Danke für deinen Tod am Kreuz. Danke, dass du damit alles klar gemacht hast. Wir dürfen mit Gott leben und ihn mit Vater ansprechen. Danke für deine Nähe und Liebe. Danke, dass du mich auf allen meinen Wegen begleitest. Danke, dass ich zu dir gehören darf. Danke.“

Gott befohlen! Seien Sie behütet!

Ihr Pfarrer Martin Gohlke

(30.03.2020)