Gedanken zur Woche in Zeiten der Corona-Pandemie

Liebe Leserin, lieber Leser!

„Heile du mich, Herr, so werde ich heil; hilf du mir, so wird mir geholfen“ (Jeremia 14, 14). Der Prophet Jeremia bittet in unserem Wochenspruch Gott, den Herrn, um Heilung und Hilfe. In meiner stillen Zeit bete ich täglich für Menschen, die krank sind oder Hilfe brauchen. Gemeindeglieder kommen mit der Bitte auf mich zu, für sie oder für andere zu beten. In meinem Verwandten- und Bekanntenkreis sind etliche an Krebs erkrankt. Da freue ich mich, wenn es Fortschritte gibt.

Immer bete ich auch dafür, dass der Erkrankte die Nähe Gottes erfährt. Und ich bin dankbar, wenn das der Fall ist.

Jeremia wie später auch Jesus gingen es immer auch darum, dass der Kranke sowohl am Leib als auch an der Seele wieder gesund wird. Bekannt geworden ist die Geschichte des Gelähmten in Kapernaum. Jesus legte in einem Haus den Menschen Gottes Wort aus. So viele waren gekommen, dass der Platz nicht ausreichte, sondern viele draußen stehen und zuhören mussten. Vier Freunde wollten einen Gelähmten zu Jesus bringen, damit er ihn heilte. Als sie sahen, dass das Haus voller Menschen war, stiegen sie mit dem Gelähmten aufs Dach, öffneten es und ließen das Bett mit dem Kranken hinab. Da Jesus ihren Glauben sah, sprach er: „Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben.“

Doch den Schriftgelehrten gefiel das gar nicht, weil sie dachten: „Wer kann Sünden vergeben als nur Gott allein? Was maßt sich Jesus da an?“ Jesus erkannte ihre Gedanken und ging darauf ein, indem er ihnen sagte: „Was ist leichter: Einem Menschen die Sünden zu vergeben oder ihn zu heilen?“ Um ihnen zu zeigen, dass er die Vollmacht über beides hatte, sprach er zu dem Gelähmten: „Steh auf, nimm dein Bett und geht heim!“ Dieser zögerte keine Sekunde und alle entsetzten sich, als er voller Freude gehen konnte.

Diese Geschichte zeigt uns: Jesus ist für beides da - für unser Seelenheil genauso wie für unser körperliches Wohlbefinden. Doch am wichtigsten ist ihm dabei immer unser Seelenheil. Die ungetrennte Beziehung zu Gott hat für Jesus oberste Priorität. Darum spricht er dem Gelähmten die Vergebung aller seiner Schuld zu. Sie ist Voraussetzung für unser Leben mit Jesus. Denn wenn uns Altlasten, Schuld und Sünde quälen, behindert dies uns im Glauben. Gott möchte aber, dass nichts zwischen uns steht und unser Herz ganz für ihn da ist.

Die Beziehung zu Gott und zu Jesus stehen also als erster Stelle. Es kann also sein, dass ein gläubiger Mensch qualvoll stirbt. Das bedeutet dann nicht, dass er von Gott bestraft wird. Am Wichtigsten aus Gottes Sicht ist der Glauben. Und da kann es sein, dass wir für die Genesung beten und er trotzdem stirbt, auch wenn er tiefgläubig ist. „Dein Wille geschehe“ ist für mich der Satz, den ich immer mitspreche, wenn ich für die Heilung anderer bete.

Am wichtigsten ist die Beziehung zu Gott. Wenn jemand über 100 Jahre alt wird und dabei topfit bleibt, aber nicht gläubig ist, nützt ihm das nichts. Denn das Seelenheil gibt es nur durch Jesus, denn er ist der Weg, die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater, denn durch ihn. Natürlich wollen wir alle gesund bleiben und werden, doch am wichtigsten ist es, in der Beziehung zu Christus zu leben und ihm nachzufolgen. Denn nur so erfahre ich das ewige Leben, das auf mich wartet. Darum lade ich uns ein, die Worte des Jeremia mitzusprechen: „Heile du mich, Herr, so werde ich heil; hilf du mir, so ist mir geholfen“.

Seien Sie behütet! Gott befohlen.

Ihr Pfarrer Martin Gohlke