Gedanken zur Woche in Zeiten der Corona-Pandemie

Liebe Leserin, lieber Leser!

„Der Menschensohn ist gekommen,
zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.“
(Lukas 19, 10)

Dieser Wochenspruch zeigt uns, was für Jesus das Wichtigste gewesen ist. Er möchte nicht, dass irgend jemand verloren geht, sondern alle sollen zu ihm gehören. Damit steht er in Übereinstimmung mit seinem Vater.

In drei wunderbaren Gleichnissen in Lukas 15 entfaltet dies Jesus näher:

Ein Schaf geht verloren. Der Hirte macht sich auf den Weg, um es zu suchen. Die 99 anderen lässt er zurück. Jetzt könnte man behaupten: Was für ein Aufwand! Schwund ist doch immer. Nichts da bei Gott! Er gibt niemanden verloren. Wie der gute Hirte sucht er das verlorene Schaf, bis er es gefunden hat.

Im 2. Gleichnis hat eine Frau einen Silbergroschen verloren, an dem sie sehr hängt. Natürlich sucht sie solange, bis sie ihn gefunden hat. So ist Gott. Wir sind ihm wertvoll. Darum geht er uns nach und wirbt um uns, bis wir Ja zu ihm sagen.

Und schließlich 3. erzählt uns Jesus das berühmte Gleichnis vom verlorenen Sohn. Dieser sucht die Freiheit. Er will nicht mehr beim Vater leben und zieht in die Ferne. Doch statt eines süßen Lebens findet er sich bald in der Gosse. Bei einem Schweinehirten muss er sein Brot verdienen. So sehnt er sich zu seinem Vater zurück. Dieser schließt ihn in die Arme, als er ihn wieder sieht. Er freut sich, seinen verloren geglaubten Sohn wieder bei sich aufnehmen zu dürfen. So ist Gott: Wenn wir eigene Wege gehen, Gott-los sein wollen, nimmt er uns freudig wieder bei sich auf, wenn wir zu ihm zurückkehren. Die Türe zu ihm steht immer offen.

Jesus hat dies vorgelebt: „Der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist." Er nahm die Sünder bei sich auf. Manche gehörten später sogar seiner Jüngerschar an. Er aß mit ihnen. Denken wir an Zachäus, der als Zöllner die Menschen betrog, aber durch Jesus sein Leben veränderte. Jesus zeigte damit, wie sein Vater im Himmel ist: Vergebend. Das Verlorene suchend.

Der Höhepunkt dieser Suche nach dem Verlorenen war schließlich das Kreuz auf Golgatha. Hier versöhnte Jesus die verlorene Welt mit Gott. Der Vorhang im Jerusalemer Tempel zerriss. Dies zeigt: Alle Menschen dürfen zu Gott kommen. Jesus ist die Brücke zu Gott. Niemand muss verlorengehen. Alle, die an Jesus glauben und die Ja zu ihm sagen, werden gerettet.

So ist der Wochenspruch eine wunderbare Gelegenheit, Gott für seine Retterliebe zu danken: Danke, dass ich zu Dir gehören darf. Danke, dass Du mich annimmst mit allen meinen Ecken und Kanten. Danke, dass Du mich erlöst hast. Danke, dass ich immer wieder zu Dir kommen darf, wenn ich versage. Danke, Herr Jesus. Danke, Vater.

Seien Sie behütet! Gott befohlen.

Ihr Pfarrer Martin Gohlke

(20.06.2021)